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Dieses Thema hat 5 Antworten
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Michl aus Lünen Offline

Scheibenwerfer

Beiträge: 9

30.05.2010 12:23
RE: SSS? antworten

Hi,

was ist "SSS" und wie wird dieser "Schwierigkeitsgrad" berechnet? Ich vermute, dass sich der Wert am CR und Slope Wert vom Ballgolf orientiert, aber die Berechnung ist mir dennoch schleierhaft.
http://www.exklusiv-golfen.de/golflexiko...von-golfplatzen

Vielen Dank und Gruß,
Michael

Birdieman Offline

Scheibenwerfer

Beiträge: 46

30.05.2010 22:12
#2 RE: SSS? antworten

Hallo Michael

'SSS' steht für 'Standard Scratch Score', kommt aus dem Ballgolf und bezeichnet die Schlag-/Wurfzahl, die ein Golfer mit dem Handicap 0, ein 'scratch player', auf einem bestimmten Kurs erwartungsgemäß spielt.
'SSS' entspricht in etwa dem von dir zitierten CR-Wert.
'Slope' hat mt dem CR bzw. SSS nur indirekt zu tun, nämlich insofern als man festgestellt hat, dass Kurse mit dem gleichen SSS bzw. CR dennoch für Spieler, die ein Handicap von 20 oder 30 haben (und nicht von 0) unterschiedlich schwierig sein können. Mit dem 'Slope'-Faktor versucht man dem gerecht zu werden.

Ich nehme an, du beziehst dich auf die Berechnung des SSS bei der PDGA (dort heißt er 'SSA'). Kein Wunder, wenn dir das schleierhaft ist: die PDGA bzw. Chuck Kennedy gibt die genaue Berechnungsmethode nicht heraus. Siehe dazu seine jüngsten Bemerkungen im PDGA-Discussion Board: http://www.pdga.com/discussion/showthrea...=22471&page=71, Posts 2110 bis 2113. Dokumente, mit denen man den SSA berechnen könnte, sind zurückgezogen worden und die, die noch verfügbar sind, geben nicht die aktuelle Berechnungsmethode wider.

Es gibt ein Dokument, das die Unterschiede zwischen dem PDGA-Verfahren und dem CR / Slope-Verfahren der USGA erläutert, wenn auch nicht im Detail:
http://www.pdga.com/files/documents/USGA...A%20Ratings.pdf

Natürlich bekommt jeder Kurs, auf dem ein PDGA-Turnier abgehalten wird, ein SSA (vorausgesetzt es nimmt eine Mindestzahl von gerateten Spielern teil), der sich dann auf der PDGA-Homepage abrufen lässt.

Ich hoffe, das hilft dir erst mal ein bisschen weiter

[ Editiert von Moderator Birdieman am 30.05.10 22:16 ]

Michl aus Lünen Offline

Scheibenwerfer

Beiträge: 9

30.05.2010 22:55
#3 RE: SSS? antworten

Hi, guten Abend,

vielen Dank für die erste Aufklärung! Wenn also Par 54 ist und ein durchschnittlicher, guter Spieler 6 unter spielt, dann wäre der SSS Wert 48. Mir stellen sich dennoch Fragen...

Wenn niemand die genaue Formel kennt, wie kann dann eine GT-B Turnier Auflage sein, dass der SSS Wert mindestens 48 betragen muss?
http://www.discgolf.de/wp-content/upload...regeln_1209.pdf
ii) Sportlich
(1) Der Schwierigkeitsgrad des Kurses sollte bei einem SSS von mindestens 48 liegen.

Und wenn der Standardkurs mal mit 48 klassifiziert wurde (warum und wie auch immer, sehr unklar!), wie wird dann der Turnierkurs bewertet?
Wird nach dem Turnier aufgrund der Ergebnisse und des Kurs-Pars der eigentliche SSS Wert ermittelt? Gilt der Wert noch fürs nächste Turner, wenn einige Bahnen verändert werden?

Vielen Dank für die Aufklärung!
Michael

Birdieman Offline

Scheibenwerfer

Beiträge: 46

30.05.2010 23:44
#4 RE: SSS? antworten

Hallo Michael

Die Angabe in den GT-Regeln bezieht sich mit SSS auf den DDGR-Turnierstandard, der bei der Auswertung eines Turniers berechnet wird, ähnlich wie der SSA der PDGA.

Es ist nicht möglich, den exakten Turnierstandard zu kennen, bevor das Turnier gespielt wurde. Alle Methoden etwa mit Hilfe der Längenangaben, Dichte des Bewuchses oder ähnlichem die Schwierigkeit eines Kurses zu bestimmen sind lediglich grobe Schätzungen. Zumal auch die Witterungsverhältnisse in den SSA/Turnierstandard eingehen.

Besser hat man es da schon, wenn auf dem Kurs bereits Turniere ausgetragen wurden und bei diesen Kursen der Turnierstandard berechnet wurde. Für das Berliner Turnier in den Rehbergen gibt es beispielsweise SSAs bzw. DDGR-Turnierstandards über mehrere zurückliegende Jahre.

Wenn man dies nicht zur Verfügung hat, kann man den Turnierstandard auch anhand der zu erwartenden Spielergebnisse abschätzen

Kurz gesagt: ein Kurs mit einem Turnierstandard 48 ist ein Kurs, auf dem ein Simon Lizotte (DDGR-Handicap -2) etwa 46er Runden, ein Klaus Kattwinkel (DDGR-Handicap 1) etwa 49er Runden und eine Christine Hellstern (DDGR-Handicap 14) etwa 62er Runden spielt.

Eine relativ einfache Methode, die Schwierigkeit eines Kurses, für den noch kein Turnierstandard errechnet wurde, abzuschätzen, ist demnach folgende: Vergleiche die Handicaps von Spielern in der DDGR mit den ERgebnissen, die diese Spieler auf diese Kurs erzielen und ziehe den Durchschnitt der Handicaps vom Durchschnitt der gespielten Ergebnisse ab. Beispiel:
3 Spieler mit den DDGR-Handicaps 8, 11 und 14 erzielen auf dem Kurs durchschnittliche Ergebnisse von 56, 57 und 61 Würfen. Dann wäre der geschätzte Turnierstandard 58 - 11 = 47.
Dabei gilt es natürlich zu berücksichtigen, dass die DDGR-Handicaps für 18-Bahnen-Kurse ausgelegt sind. Hat der betreffende Kurs mehr oder weniger Bahnen (x), sollten die durschschnittlichen Ergebnisse noch mit 18 / x multipliziert werden, um so den Kurs auf 18 Bahnen hochzurechnen.

Was die Anforderungen der GT an die Schwierigkeit des Kurses angeht, dürfte es genügen, wenn du dich nach diesen Schätzungen richtest. Falls sich beim Turnier herausstellen sollte, dass der Kurs doch ein oder zwei Würfe leichter war, ist das sicher kein Grund für einen Ausschluss aus der GT, wenn auch ein Anreiz, den Kurs fürs nächste Jahr etwas schwieriger zu machen.

Michl aus Lünen Offline

Scheibenwerfer

Beiträge: 9

30.05.2010 23:51
#5 RE: SSS? antworten

Prima, vielen Dank!

Hessel Bächer Offline

Scheibenwerfer

Beiträge: 68

04.08.2010 12:05
#6 RE: SSS? antworten

Hallo Michl,

bitte entschuldige die verspätete Antwort, aber ich bin erst jetzt dazu gekommen. Birdieman hat ja die Details rund um diese Kurswerte schon erklärt. Für die GT ist diese Angabe als Zielvorgabe zu sehen. Natürlich wird ein Turnier nicht im nachhinein aus der GT geworfen weil es einen zu einfachen Kurs hatte. Das wird schon eher ein Theman im folgenden Jahr. Hier würde das GT-Gremium schon mal darauf hinweisen, dass ein Turnier etwas an seinem Kurs verändern sollte um die gewünschte Schwierigkeit zur erreichen.

Neben der erwähnten Methode, über das bereits bekannte Handicap von Spielern auf die zu erwartenden Ergebnisse auf einem Kurs zu schliessen, bleibt auch noch die Variante den Vergleich mit anderen Turnieren zu ziehen, deren Kursstandard bekannt ist. Im Birdie kann man die Werte für alle Turniere nachlesen und man bekommt dann schon einen Eindruck, ob der eigene Kurs auf einem ähnlichen Schwierigkeitsniveau liegt oder nicht.

Für die Struktur der GT ist es auch deshalb sinnvoll solche Vorgaben zu machen, weil sich die unterschiedlichen Turnierkategorien auch in ihrer Schwierigkeit unterscheiden sollen. Ein TD der bisher ein GTB-Turnier veranstaltet hat sieht dann, dass er für ein GTA-Turnier auch die Schwierigkeit des Kurses erhöhen muss. Ähnliches gilt es auch für Spieler: wer schon mal ein Turnier gespielt hat, dessen SSS er kennt kann ungefähr einschätzen wie schwer im Vergleich dazu der Kurs eines anderen Turniers wird.

So viel mal von meiner Seite dazu. Interessant ist auch, dass Jeromes Beitrag vor einigen Tagen auch diesen Punkt anspricht. Er hätte gerne schwere Kurse. Darüber kann man sicher diskutieren, umsetzen lässt sich letztendlich nur über diese SSS-Vorgaben.

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